Meine private Sattelkammer – ein Rückzugsort mitten auf dem Hof
- Harriet Charlotte Schulz

- 26. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Neben den Bereichen für meine Einstaller gibt es auf der Anlage auch einen Ort, der ganz bewusst nur für mich gedacht ist: meine eigene Sattelkammer mit einem privaten Putzplatz. Auf den ersten Blick wirkt das vielleicht wie ein Luxusprojekt, tatsächlich steckt dahinter aber vor allem der Wunsch, einen Bereich zu schaffen, in dem ich meine eigenen Pferde versorgen, arbeiten und auch einfach einmal in Ruhe Zeit verbringen kann. Für mich ist mein Putzplatz kein Ort, den ich ganz egoistisch nur für mich beanspruche, sondern er ist zum Einen ein Luxus, den ich mir als Stallbetreiberin gönne, zum Anderen ist er aber auch schlichtweg Teil meines Arbeitsplatzes - ein Ort, an dem eine Symbiose aus zwei meiner wirtschaftlichen Standbeine entsteht, nämlich zwischen meiner Content Creation und meinem Reitstall.
Aktuell ist dieser Anbau noch weit davon entfernt. Das Dach ist nicht richtig dicht, die Räume sind eher provisorisch und für die Lagerung hochwertiger Ausrüstung eigentlich nicht geeignet. Im Moment funktioniert es zwar irgendwie, aber im Grunde stehen die Sättel dort fast wie in einem offenen Carport. Langfristig soll daraus deshalb ein gut gedämmter Raum mit einem angenehmen Klima werden, in dem Lederausrüstung dauerhaft geschützt gelagert werden kann. Trotzdem hat dieses Projekt momentan nicht die höchste Priorität. Natürlich wäre eine fertige private Sattelkammer auch für meine Arbeit auf Social Media praktisch. Dort könnte ich Videos drehen und Inhalte produzieren, die wiederum Einnahmen generieren würden. Trotzdem versuche ich, jede Investition danach zu bewerten, ob sie den Betrieb der Reitanlage langfristig wirtschaftlicher macht. Genau deshalb stehen aktuell andere Bereiche zunächst weiter oben auf der Liste. Denn je wirtschaftlicher der Hof arbeitet, desto mehr Möglichkeiten entstehen später auch für die nächsten Umbauten.
Die Gestaltung orientiert sich trotzdem an dem Stil, der sich inzwischen durch die gesamte Anlage zieht. Holz, helle Farben, klare Linien und eine ruhige Atmosphäre sollen dafür sorgen, dass sich auch dieser Bereich harmonisch einfügt. Die Visualisierungen zeigen zwar wieder keine exakten Baupläne, aber sie helfen dabei, die grundsätzliche Richtung festzulegen. Materialien, Licht und Raumgefühl lassen sich so viel besser beurteilen als allein mit einer Skizze im Kopf. Direkt neben der Sattelkammer soll außerdem ein eigener Putzplatz entstehen. Dieser Bereich ist ausdrücklich nur für meine eigenen Pferde gedacht und wird nicht von den Einstellern genutzt. Mir war wichtig, hier einen kleinen privaten Bereich zu schaffen, denn auf der Anlage bin ich nicht immer Stallbetreiberin oder Content Creator. Manchmal möchte ich einfach nur Zeit mit meinen Pferden verbringen – ganz ohne Arbeitsalltag. Mein Putzplatz und meine Sattelkammer sind also mal mein ganz privater Rückzugsort, mal sind sie mein erweitertes Büro.

Im Inneren wünsche ich mir vor allem eines: Struktur. An einer Wand soll ein großer Arbeitsbereich mit einer übersichtlichen Pinnwand entstehen. Ich weiß, dass es inzwischen viele digitale Möglichkeiten gibt, Trainingspläne und Stallmanagement zu organisieren. Trotzdem arbeite ich persönlich viel lieber mit klassischen Tafeln und Notizen. Dinge aufzuschreiben hilft mir dabei, den Überblick zu behalten und meine Gedanken zu sortieren. Deshalb möchte ich diesen Bereich ganz bewusst analog gestalten.
Auf der gegenüberliegenden Seite soll eine kleine Arbeitszeile mit ausreichend Stauraum entstehen. Dort können Pflegeprodukte, kleinere Ausrüstungsgegenstände und alles untergebracht werden, was im täglichen Umgang mit den Pferden regelmäßig gebraucht wird. Auch hier gilt wieder: Nicht jedes Detail aus den Visualisierungen wird später genauso umgesetzt. Manche Fronten wirken mir beispielsweise zu rustikal, andere Schränke zu massiv. Entscheidend ist für mich vielmehr das Grundkonzept und die Atmosphäre, die dadurch entsteht.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Aufbewahrung der Ausrüstung. Sättel, Trensen, Halfter und weiteres Zubehör sollen später übersichtlich an den Wänden hängen und eindeutig beschriftet sein. Nicht, weil ich besonders viele Ausrüstungsgegenstände besitze, sondern weil ich Ordnung liebe und genau weiß, wie angenehm es ist, wenn alles sofort griffbereit ist. Ergänzt werden soll das Ganze durch Haken für Longen, Gebisse und weiteres Zubehör, sodass jeder Gegenstand seinen festen Platz bekommt.
Für mich ist diese private Sattelkammer deshalb weit mehr als nur ein weiterer Raum auf der Anlage. Sie soll ein Ort werden, an dem Arbeiten, Pferdepflege und ein bisschen persönlicher Rückzugsort zusammenkommen. Ein Bereich, der funktional ist, Ruhe ausstrahlt und genau zu der Art passt, wie ich mir das Leben mit meinen Pferden langfristig wünsche.





















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