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Warum ich die Boxen trotzdem modernisiere

Wer meine bisherigen Beiträge verfolgt hat, weiß, dass ich langfristig möglichst viel Pferdehaltung nach draußen verlagern möchte. Offenstall, Bewegung, Herde und möglichst viel Selbstbestimmung für die Pferde stehen für mich ganz klar im Mittelpunkt. Trotzdem gibt es auf dem Hof aktuell noch mehrere Boxen, unter anderem diese fünf Außenboxen – und obwohl sie langfristig wahrscheinlich eine andere Rolle spielen werden, möchte ich sie bewusst modernisieren.



Der Grund dafür ist eigentlich ganz einfach: Nur weil etwas vielleicht irgendwann nicht mehr im Mittelpunkt steht, heißt das nicht, dass es heute keine Aufmerksamkeit verdient. Die Boxen sind gemauert, solide gebaut und gehören einfach zur Geschichte des Hofes. Wir werden sie deshalb einmal komplett aufbereiten. Sie werden gründlich gereinigt, gestrichen und auch innen wird einiges passieren. Die Tränken werden überarbeitet, kleinere Schäden beseitigt und insgesamt soll der gesamte Bereich wieder einen gepflegten Eindruck machen.


Parallel dazu möchte ich die Außenansicht optisch an den Rest der Anlage anpassen. Wer die anderen Beiträge gelesen hat, kennt das Gestaltungskonzept inzwischen wahrscheinlich schon ein bisschen: unten der dunkle Sockel, darüber die schmale Holzlattung und als Abschluss ein warmer Offwhite-Ton. Genau dieses Gestaltungselement soll sich später über die gesamte Anlage ziehen und dafür sorgen, dass alle Gebäude trotz ihres unterschiedlichen Alters wie aus einem Guss wirken.


Die gezeigten Visualisierungen sind dabei wieder genau das, was sie auch in den anderen Bereichen waren: keine Baupläne, sondern Stimmungsbilder. KI hat die Proportionen nicht immer ganz getroffen, manche Türen sind plötzlich verschwunden und einige Ideen werden später sicherlich noch angepasst werden. Trotzdem helfen mir diese Bilder enorm dabei, eine Richtung festzulegen. Ich kann viel besser beurteilen, ob mir etwas gefällt oder eben nicht, wenn ich es einmal vor mir sehe. Besonders spannend fand ich dabei, wie viel Wirkung eigentlich schon mit relativ einfachen Mitteln entsteht. Im Grunde verändert sich an der Bausubstanz kaum etwas. Die Wände bleiben, die Boxen bleiben und auch der grundsätzliche Aufbau verändert sich nicht. Es sind vor allem die Oberflächen, Farben und Materialien, die den Unterschied machen. Genau das finde ich so faszinierend. Man braucht nicht immer einen kompletten Neubau, um einem Bereich einen völlig neuen Charakter zu geben.



Natürlich gibt es auch Ideen, die sich am Ende wahrscheinlich nicht umsetzen lassen. In den Entwürfen tauchen zum Beispiel dekorative Laternen oder indirekte Beleuchtung entlang der Holzverkleidung auf. Das sieht wunderschön aus, muss sich am Ende aber immer an der Praxis messen lassen. Pferde sind nun einmal Pferde und alles, was hervorsteht oder beschädigt werden könnte, muss kritisch hinterfragt werden. Deshalb werden solche Details erst gemeinsam mit einem Elektriker und nach genauer Planung entschieden. Was mich bei diesem Projekt allerdings besonders überrascht hat, waren die Kosten. Ich hatte mir den Materialbedarf einmal komplett berechnen lassen – inklusive aller Holzverkleidungen rund um den Hallenkomplex – und ehrlich gesagt mit deutlich höheren Summen gerechnet. Natürlich ist auch das kein günstiges Projekt. Aber es hat mir gezeigt, dass viele Dinge weniger am Geld als an der Arbeit scheitern. Genau dieser Gedanke begleitet mich inzwischen bei fast allen Projekten auf dem Hof: Vieles ist nicht kompliziert. Es ist einfach Arbeit.


Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich diese ganze Serie überhaupt mache. Die Bilder zeigen nicht, was morgen fertig sein wird. Sie zeigen die Richtung, in die sich die Anlage in den nächsten Jahren entwickeln soll. Wenn man dieses Ziel einmal klar vor Augen hat, fällt es viel leichter, einzelne Projekte sinnvoll zu planen, anstatt immer nur von Baustelle zu Baustelle zu arbeiten. Und auch wenn ich überzeugt bin, dass klassische Boxenhaltung langfristig immer mehr an Bedeutung verlieren wird, gehören diese Boxen heute noch zur Anlage. Deshalb sollen sie genauso gepflegt, funktional und hochwertig sein wie alle anderen Bereiche.


Am Ende zieht sich ein Gedanke durch die gesamte Planung: Funktionalität und Ästhetik schließen sich nicht aus. Nur weil ein Stall arbeitet, schmutzig wird und täglich genutzt wird, muss er nicht ungepflegt aussehen. Und genauso wenig muss eine schöne Gestaltung automatisch unbezahlbar sein. Oft sind es gerade die einfachen, gut durchdachten Lösungen, die den größten Unterschied machen. Genau das ist das Ziel, das ich mit der gesamten Anlage verfolge.

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