Die Reithalle – das größte Projekt auf dem ganzen Hof
- Harriet Charlotte Schulz

- 26. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Wenn mich jemand fragen würde, welcher Bereich auf der Anlage am meisten Arbeit machen wird, müsste ich nicht lange überlegen: ganz klar die Reithalle. Hier geht es nicht um ein bisschen Farbe oder eine neue Holzverkleidung. Eigentlich muss langfristig fast alles angefasst werden – vom Boden über die Beleuchtung bis hin zur gesamten Innen- und Außengestaltung. Genau deshalb wird dieses Projekt auch nicht in einem Jahr abgeschlossen sein, sondern Schritt für Schritt wachsen.

Der größte Knackpunkt ist aktuell der Hallenboden. Sobald er nicht ausreichend bewässert wird, beginnt er zu stauben. Im Sommer lässt sich das mit der vorhandenen Beregnungsanlage noch einigermaßen lösen, im Winter allerdings nicht. Die Leitungen verlaufen oberirdisch und müssen deshalb bei Frost außer Betrieb genommen werden. Ausgerechnet in der Jahreszeit, in der die Halle am häufigsten genutzt wird, steht also das wichtigste System nicht zur Verfügung. Langfristig möchte ich deshalb nicht nur den Boden austauschen, sondern auch die gesamte Bewässerung neu durchdenken. Bis dahin ergibt es für mich wenig Sinn, den Innenraum aufwendig zu renovieren. Alles würde innerhalb kürzester Zeit wieder von einer feinen Staubschicht bedeckt sein. Deshalb lautet die Devise auch hier: erst die Voraussetzungen schaffen und anschließend den Innenausbau angehen. Die Renovierung beginnt also außen und arbeitet sich Stück für Stück nach innen vor.
Bevor überhaupt etwas Neues entsteht, steht erst einmal Aufräumen auf dem Programm. Über die Jahre hat sich in der Halle einiges angesammelt – alte Stangen, kaputte Materialien und jede Menge Staub. Vieles davon wird aussortiert, gereinigt oder neu organisiert. Allein dadurch wird sich der Alltag schon deutlich angenehmer gestalten. Man unterschätzt oft, wie viel leichter die Arbeit wird, wenn alles seinen festen Platz hat.
Auch außen soll die Halle natürlich das gleiche Erscheinungsbild bekommen wie der Rest der Anlage. Holzverkleidungen, helle Fassaden und die bekannten Gestaltungselemente sollen dafür sorgen, dass später alles wie aus einem Guss wirkt. Besonders die aktuell verschlossenen Fenster möchte ich irgendwann wieder öffnen. Sie nehmen der Halle unglaublich viel Licht und lassen das Gebäude deutlich schwerer wirken, als es eigentlich ist. Langfristig wünsche ich mir dort große Sprossenfenster, die nicht nur schöner aussehen, sondern den gesamten Bereich heller und freundlicher machen.
Ein Bereich, auf den ich mich besonders freue, ist der Eingangsbereich der Reithalle. Dort soll später Spalierobst wachsen, eingerahmt von Hochbeeten und einer dezenten Holzverkleidung. Zusätzlich möchte ich einen verkleideten IBC-Container integrieren, der gleichzeitig als Wasserspeicher für die Bewässerung dienen kann. So verbindet sich Gestaltung ganz automatisch mit einer praktischen Funktion. Eigentlich verändert sich gar nicht so viel – die Wand wird gestrichen, Holz ergänzt, Pflanzen kommen dazu und plötzlich wirkt der gesamte Eingang deutlich einladender. Genau solche Projekte liebe ich besonders.
Im Innenbereich wird sich langfristig ebenfalls einiges verändern. Neue Beleuchtung, eine moderne Bande und ein robuster Bodenbelag außerhalb der Reitfläche sollen die Halle nicht nur schöner, sondern auch funktionaler machen. Besonders wichtig ist mir dabei, dass alles in einer sinnvollen Reihenfolge passiert. Ich möchte keine frisch verputzten Wände haben, die später wieder beschädigt werden, weil neue Fenster eingebaut werden. Solche Arbeiten möchte ich nur einmal machen – dafür dann aber richtig. Gerade bei größeren Projekten spart eine gute Planung am Ende oft mehr Geld als jede kurzfristige Sparmaßnahme.
Ein Thema, das sich durch die gesamte Anlage zieht, ist Ordnung. Deshalb soll auch in der Reithalle jedes Arbeitsgerät seinen festen Platz bekommen. Longen, Longierpeitschen, Schubkarren oder der Apple Boy – alles soll dort hängen, wo es gebraucht wird. Nicht, weil ich besonders pingelig bin, sondern weil ich überzeugt bin, dass gute Ordnungssysteme den Alltag automatisch einfacher machen. Wenn jeder Gegenstand einen festen Platz hat, muss niemand überlegen, wo etwas hingehört. Genau dadurch bleibt ein Stall oft ganz von allein ordentlicher.
Das funktioniert natürlich nur, wenn alle sorgsam mit den gemeinsamen Dingen umgehen. Mir geht es dabei gar nicht darum, alles zu verbieten oder ständig zu kontrollieren. Im Gegenteil: Ich wünsche mir, dass die Sachen genutzt werden. Aber ich wünsche mir eben auch, dass sie anschließend wieder an ihren Platz zurückkommen und man Bescheid sagt, wenn etwas kaputtgeht. Das halte ich für selbstverständlich – genauso wie man auch in einer gemieteten Wohnung sorgsam mit dem Eigentum umgeht. Für mich gehört gegenseitiger Respekt einfach zu einem harmonischen Stallalltag dazu.





























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