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Meine Stallgasse: Warum sie trotz Offenstall-Konzept wichtig bleibt

Eigentlich spielt sich das Leben meiner Pferde draußen ab. Genau das ist auch das Ziel, auf das ich mit der gesamten Anlage hinarbeite. Trotzdem gehören die Boxen und die Stallgasse für mich weiterhin zu einem wichtigen Bestandteil des Hofes. Nicht, weil ich meine Pferde dauerhaft darin halten möchte, sondern weil es immer Situationen gibt, in denen eine gute Box Gold wert ist. Krankheit, Verletzungen, extremes Wetter oder auch das tägliche Management machen es manchmal einfach sinnvoll, ein Pferd für eine gewisse Zeit separat unterzubringen. Genau deshalb möchte ich auch diesen Bereich nach und nach modernisieren.



Bevor ich aber überhaupt an neue Boxenfronten oder eine schönere Gestaltung denke, gibt es ein anderes Thema, das gelöst werden muss: unsere Schwalben. Ich freue mich jedes Jahr darüber, dass sie wiederkommen, denn sie gehören für mich einfach auf einen alten Hof. Gleichzeitig hinterlassen sie natürlich jede Menge Schmutz. Wer schon einmal eine Stallgasse mit vielen Schwalbennestern sauber gehalten hat, weiß, wie schnell frisch gestrichene Wände wieder ganz anders aussehen können. Genau deshalb möchte ich dieses Thema zuerst vernünftig angehen. Mir ist wichtig, die Tiere zu schützen und gemeinsam mit der Naturschutzbehörde nach einer guten Lösung zu suchen. Erst wenn klar ist, wie sich beides miteinander vereinbaren lässt, macht eine größere Renovierung für mich überhaupt Sinn.



Die eigentliche Gestaltung orientiert sich wieder an dem Stil, der sich inzwischen durch die gesamte Anlage zieht. Warme Farben, Holz, klare Linien und ein ruhiges Gesamtbild sollen dafür sorgen, dass sich alle Bereiche harmonisch miteinander verbinden. Die gezeigten Visualisierungen dienen dabei wieder als Inspiration. Manche Details werden später sicherlich anders aussehen, aber sie helfen mir dabei, meine Vorstellungen greifbar zu machen und einzelne Ideen miteinander zu vergleichen. Bei den Boxen selbst gibt es allerdings einen Punkt, bei dem Optik für mich ganz klar hinter Sicherheit zurückstehen muss. Eigentlich gefallen mir offene Boxenfronten ohne die hohen Gitter deutlich besser. Gleichzeitig habe ich mit Cosma ein Pferd, das in bestimmten Situationen dazu neigt zu steigen. Für sie könnten genau diese offenen Fronten zum Risiko werden. Deshalb werde ich mir sehr genau überlegen, welche Lösung am Ende wirklich sinnvoll ist. Vielleicht bleibt ein Teil der Gitter erhalten oder es findet sich eine Konstruktion, die beides miteinander verbindet – eine offene Optik und gleichzeitig ausreichend Sicherheit. Für mich gibt es bei solchen Entscheidungen kein pauschales Richtig oder Falsch. Am Ende muss die Lösung zu den Pferden passen, die dort tatsächlich stehen.


Gitter oder keine Gitter? Das ist hier die Frage...


Überhaupt spielt Individualität bei der Haltung für mich eine große Rolle. Auch wenn meine Pferde langfristig möglichst das ganze Jahr draußen leben sollen, heißt das nicht, dass jedes Pferd immer dieselben Bedürfnisse hat. Manche kommen mit tagelangem Regen problemlos zurecht, andere profitieren davon, zwischendurch einmal trocken und ruhig in einer Box stehen zu können. Manche setzen sich in der Herde problemlos durch, andere brauchen beim Fressen etwas Unterstützung. Für mich bedeutet artgerechte Haltung deshalb nicht, jedes Pferd gleich zu behandeln, sondern genau hinzuschauen und für jedes Tier die passende Lösung zu finden. Gerade deshalb bin ich unglaublich froh, dass die Boxen bereits vorhanden sind. Ich muss sie nicht neu bauen, sondern kann sie dann nutzen, wenn sie gebraucht werden. Das nimmt in vielen Situationen enorm viel Druck heraus. Sei es an Silvester, bei Verletzungen oder wenn ein Pferd aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend etwas mehr Ruhe braucht – die Möglichkeit zu haben, jederzeit reagieren zu können, gibt mir ein gutes Gefühl. Die Boxen sind für mich keine Alternative zum Offenstall, sondern eine sinnvolle Ergänzung.


Auch im Inneren der Boxen soll sich einiges verändern. Geplant sind unter anderem neue Futterraufen, damit die Pferde auch während kurzer Aufenthalte jederzeit Zugang zu Raufutter haben. Gerade weil ich langfristig auf Pelleteinstreu umstellen möchte, fällt die Möglichkeit weg, dass sie nebenbei Stroh fressen können. Außerdem sollen die Tränken modernisiert und frostsicher gemacht werden. Einer meiner größten Wünsche ist es, im Winter nicht mehr täglich unzählige Eimer Wasser schleppen zu müssen. Solche Veränderungen sieht man später vielleicht kaum, sie machen den Alltag aber deutlich einfacher – sowohl für die Pferde als auch für uns Menschen.


Wie bei allen anderen Projekten gibt es auch hier eine klare Reihenfolge. Die Stallgasse ist nicht der Bereich mit der höchsten Priorität. Zuerst stehen die Außenbereiche der Pferde und die Bereiche für meine Einstaller im Mittelpunkt, weil dort im Alltag der größte Nutzen entsteht. Die Stallgasse wird folgen – Schritt für Schritt und dann, wenn die wichtigeren Projekte umgesetzt sind. Mir ist bei der gesamten Planung vor allem eines wichtig: Jede Veränderung soll einen echten Mehrwert schaffen. Natürlich freue ich mich über eine schöne Optik, aber sie ist nie Selbstzweck. Wenn ich einen Bereich neu gestalte, dann soll er gleichzeitig funktionaler, langlebiger und angenehmer im täglichen Umgang werden.

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