Aus der Mistplatte wird ein durchdachtes Kompostsystem
- Harriet Charlotte Schulz

- 12. Juli
- 2 Min. Lesezeit

Wenn man Pferde hält, gehört ein Misthaufen einfach dazu. Trotzdem war für mich von Anfang an klar: Der Bereich muss nicht dauerhaft wie ein klassischer Misthaufen aussehen. Gerade weil er mitten auf dem Hof liegt, möchte ich ihn langfristig funktional, ordentlich und optisch ansprechend gestalten.
Die vorhandene Mistplatte erfüllt bereits heute alle notwendigen Anforderungen. Anstatt sie zu ersetzen, möchte ich die vorhandene Bausubstanz nutzen und sinnvoll weiterentwickeln. Geplant ist ein überdachtes Kompostsystem mit vier einzelnen Kammern. So kann der Mist nach und nach umgesetzt und kontrolliert kompostiert werden. Das erleichtert nicht nur die Arbeit, sondern schafft langfristig einen hochwertigen Humus, den wir auf unseren eigenen Flächen ausbringen können. Damit entsteht ein nahezu geschlossener Kreislauf auf dem Hof.
Ein weiterer Gedanke dahinter ist die zukünftige Einstreu. Momentan wird noch mit Stroh gearbeitet, langfristig könnte jedoch eine andere Einstreu zum Einsatz kommen. Dadurch würde deutlich weniger Mistvolumen entstehen, sodass ein vierteiliges Kompostsystem für unseren Betrieb völlig ausreichend wäre. Anstatt den Mist regelmäßig abfahren zu lassen, kann er direkt auf dem Hof zu wertvollem Kompost verarbeitet werden. Das spart Transporte und schließt den natürlichen Nährstoffkreislauf sinnvoll. Natürlich spielt auch die Optik eine Rolle. Die Visualisierungen zeigen zwar keine fertigen Baupläne, sondern dienen lediglich als Ideenskizzen, vermitteln aber sehr gut die Richtung, in die es gehen soll. Das Dach schützt den Kompost vor zu viel Niederschlag, die Holzkonstruktion fügt sich harmonisch in den historischen Hof ein und kleine Details wie Pflanzkübel lockern den Bereich zusätzlich auf. Mir geht es dabei nicht um Luxus, sondern darum zu zeigen, dass selbst ein funktionaler Bereich wie eine Mistplatte ordentlich und ansprechend gestaltet werden kann.
Überhaupt zieht sich dieser Gedanke durch die gesamte Hofplanung. Für mich schließen sich Funktionalität und Ästhetik nicht aus. Ein Bereich kann praktisch sein, leicht zu bewirtschaften und trotzdem gepflegt aussehen. Gerade auf einem landwirtschaftlichen Betrieb verbringt man jeden Tag viele Stunden. Warum sollte man diese Umgebung also nicht so gestalten, dass man sich dort gerne aufhält? Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, der mir besonders wichtig ist: Mit den Flächen, die wir heute besitzen, geht auch Verantwortung einher. Rund um den Hof gibt es viele Tiere und Pflanzen – von Singvögeln und Greifvögeln bis hin zu Insekten und anderen Wildtieren. Deshalb versuche ich bei allen Planungen, nicht nur an den Arbeitsalltag zu denken, sondern auch daran, wie sich verschiedene Bereiche möglichst sinnvoll in die Umgebung einfügen. Nicht jede Entscheidung wird perfekt sein, aber mein Ziel ist es, einen Hof zu schaffen, der sowohl für die Pferde als auch für die Natur funktioniert.
Die Mistplatte wird vermutlich nie der schönste Ort auf dem Hof werden – das muss sie auch gar nicht. Aber sie kann ein gutes Beispiel dafür sein, dass selbst die unscheinbaren Bereiche durch eine durchdachte Planung funktional, nachhaltig und optisch stimmig werden können. Genau das ist die Richtung, in die sich die gesamte Anlage in den nächsten Jahren entwickeln soll.











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