Auch eine Toilette gehört zum Gesamtkonzept
- Harriet Charlotte Schulz

- 26. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Über eine Toilette schreibt man wahrscheinlich nicht als Erstes, wenn man einen Reitstall plant. Trotzdem gehört sie genauso zum Alltag wie die Sattelkammer oder die Waschbox. Jeder nutzt sie irgendwann – ob Einstaller, Besucher oder man selbst – und genau deshalb finde ich, dass auch sie Aufmerksamkeit verdient.
Aktuell besteht der Bereich aus einer kleinen Toilette und der ehemaligen Schulpferde-Sattelkammer. Funktionieren tut das alles, aber besonders einladend oder praktisch ist es ehrlich gesagt nicht. Deshalb soll dieser Bereich im Zuge der Renovierung komplett neu gedacht werden. Nicht riesig oder luxuriös, sondern einfach modern, ordentlich und passend zum Stil der gesamten Anlage. Wie bei allen anderen Gebäuden zieht sich auch hier das gleiche Gestaltungskonzept weiter. Die Holzverkleidung, der dunkle Sockel, warme Offwhite-Töne und eine einheitliche Beschilderung sorgen dafür, dass später nicht jedes Gebäude aussieht, als wäre es zu einer anderen Zeit entstanden. Mir war von Anfang an wichtig, dass die gesamte Anlage eine gemeinsame Handschrift bekommt und nicht aus vielen einzelnen Baustellen besteht, die zufällig nebeneinander stehen.
Besonders viel Gedanken habe ich mir über die Beleuchtung gemacht. Ich mag Räume, die gleichzeitig funktional und gemütlich sind. Gerade im Winter, wenn es morgens und abends dunkel ist, möchte ich helles Arbeitslicht haben. Gleichzeitig finde ich es aber genauso wichtig, dass man dieses Licht auch ausschalten kann und stattdessen eine angenehm warme Atmosphäre entsteht. Deshalb soll die Toilette später verschiedene Lichtquellen bekommen, die unabhängig voneinander geschaltet werden können. So entsteht tagsüber ein praktischer Raum und am Abend ein deutlich angenehmeres Ambiente.
Auch im Inneren soll sich einiges verändern. Die bisherige Aufteilung wird angepasst, damit mehr Stauraum entsteht und der vorhandene Platz besser genutzt werden kann. Neben Waschbecken und Toilette sollen dort künftig auch Schränke für Toilettenpapier, Putzmittel und andere Dinge Platz finden, die man auf einem Stall eben braucht. Mir ist wichtig, dass solche Dinge nicht offen herumstehen, sondern ordentlich verstaut werden können. Das macht den Raum nicht nur aufgeräumter, sondern auch deutlich praktischer im Alltag. Die Visualisierungen zeigen auch hier keine fertigen Baupläne. Die Raumproportionen stimmen nicht exakt und manches wird später sicherlich anders aussehen. Mir ging es vielmehr darum, eine Richtung zu entwickeln. Wenn ich später mit einem Sanitärbetrieb oder Handwerker über den Umbau spreche, kann ich viel besser zeigen, welche Atmosphäre ich mir wünsche und welche Materialien oder Farben mir gefallen. Das macht die Planung deutlich einfacher.
Wie bei der Waschbox wird auch dieser Innenbereich nicht komplett in Eigenleistung entstehen. Alles, was Wasser, Abwasser oder Sanitärinstallationen betrifft, gehört für mich in die Hände von Fachleuten. Alles andere – Streichen, Holzarbeiten oder die spätere Gestaltung – möchte ich dagegen wieder selbst übernehmen. Genau diese Mischung zieht sich inzwischen durch das gesamte Projekt: Dort, wo Fachwissen nötig ist, hole ich mir Unterstützung. Alles, was sich mit Zeit, Geduld und etwas handwerklichem Geschick selbst umsetzen lässt, möchte ich auch selbst machen.
Auch wenn eine Toilette vielleicht kein Bereich ist, über den man normalerweise lange nachdenkt, gehört sie für mich genauso zum Gesamtkonzept wie alle anderen Räume. Am Ende sind es genau diese vielen kleinen Bereiche, die darüber entscheiden, wie sich eine Anlage anfühlt. Und genau deshalb möchte ich auch hier nicht einfach nur renovieren, sondern einen Raum schaffen, der funktional ist, langlebig und sich ganz selbstverständlich in das Gesamtbild des Hofes einfügt.











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