Zweitmeinungen: Wenn man lieber noch einen zweiten Tierarzt zu Rate ziehen möchte

Im Idealfall sollte man sich auf seinen Tierarzt oder seine Tierärztin verlassen können - doch manchmal gibt es Situationen, in denen man zu einer Situation eine zweite Meinung einholen möchte. Mir persönlich ging dies schon ein paar Mal in meinem Leben so, mit unterschiedlichen Pferden. Heute möchte ich euch von meinem Pferd erzählen, welches plötzlich anfing zu lahmen.


Bild: Shutterstock / Symbolfoto

Das diffus lahmende Pferd


Bei einem meiner Pferde trat immer wieder eine Lahmheit auf - keiner wusste so recht, woran es lag, da es sowohl nach Belastung, als auch nach Ruhe zu sehen war, dann wieder eine ganze Weile gar nicht. Ich war am Ende meines Lateins und holte mir den Rat eines Tierarztes ein - dieser fand dann tatsächlich eine Ursache, welche mich im ersten Moment komplett schockte. Jedoch meinte er ebenfalls, dass ich mir keine Sorgen machen sollte, er selbst würde diverse Pferde aus dem Spitzenspringsport betreuen und hätte diese Diagnose bei einigen schon gestellt, diese würden jedoch immer noch auf Top-Niveau laufen und dass alles eine Frage des Umgangs damit sei. Er riet mir dennoch, noch einmal zu einem Lahmheitsspezialisten zu fahren, um herauszufinden, ob nicht doch noch etwas anderes eine (Mit-)Schuld tragen könnte.


Also fuhr ich zum Spezialisten, der die Hände über dem Kopf zusammenschlug - auch er diagnostizierte das, was der erste Tierarzt bereits diagnostiziert hatte und sagte mir, dass mein Pferd nie wieder anständig laufen würde, ich es nie wieder reiten dürfe und es sonst "kaputt gehen" würde.


Nach dieser komplett gegenteiligen Diagnose suchte ich einen dritten Rat, und dieser Tierarzt wiederum sagte genau das, was der erste Tierarzt bereits gesagt hatte: die Diagnose sei da, bei richtigem Umgang sei es jedoch definitiv kein Weltuntergang und vor allem nicht das Ende der "Reitkarriere".


Schlussendlich entschied ich mich dafür, mein Pferd entsprechend der Diagnose zu trainieren, mit Zusatzfutter zu unterstützen und wechselte außerdem den Schmied. Das Ende vom Lied: wir waren noch eine ganze Weile gesund und munter unterwegs, bis sich das Pferd verletzte, was allerdings nichts mit der Vorgeschichte zu tun hatte und als Künstlerpech zu verbuchen war.


Für mich ist diese Geschichte sehr lehrreich gewesen, denn es lohnt sich oftmals eine Zweitmeinung einzuholen, sollte diese jedoch stark von der ersten abweichen, sich gegebenenfalls auch noch eine Drittmeinung anzuhören und dann am Ende einen Mittelweg zu finden. Für mich persönlich bedeutet das nicht automatisch, dass man dem Tierarzt nicht vertraut oder ihm seine Expertise abspricht, sondern dass viele Wege nach Rom führen und nicht jeder über gleichermaßen viel Erfahrung auf einem Gebiet verfügen kann. Wenn einer der Tierärzte schon viele Pferde mit einer Diagnose gesehen hat, die damit keine Probleme hatte, ein anderer vielleicht bislang erst zwei Pferde gesehen hatte, diese hatten jedoch beide schwer damit zu kämpfen, so haben beide auf ihre Weise Recht. Jedes Pferd und jeder Krankheitsverlauf ist individuell, umso wichtiger ist es, neben dem Verstand auch immer das Bauchgefühl einzuschalten und im Zweifel mehr als eine Person ihr Urteil fällen zu lassen.

 

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Zweitmeinung: Gestörte Verdauung beim Pferd


Nach einer Kolik-Odyssee ging es Civa gar nicht gut: sie baute zusehends ab und keiner konnte sich so recht erklären, woran es lag. Die Tierärztin meines Vertrauens war am Ende ihres Lateins, alle Hilfsmittel hatten nicht angeschlagen. ich holte mir eine Zweitmeinung ein und erhielt einen Tipp, den ich bis dahin noch nie gehört hatte: