Mauke beim Pferd: Erkennen und behandeln



Fast jeder Reiter und jede Reiterin kennt mindestens ein Pferd, welches schon einmal mit Mauke zu kämpfen hatte. Für mich war es Neuland, Mauke hatten bislang immer nur die anderen Pferde. Meine eigenen blieben bislang verschont. Doch wie heißt es so schön? Einmal ist immer das erste Mal und so bin ich nun dank Caesarion um eine Erfahrung reicher.


Was ist Mauke?


Mauke (auch Fesselekzem) ist eine Hautkrankheit, welche durch Bakterien verursacht wird. Vor allem im Winter beobachtet man bei dem ein oder anderen Pferd Mauke. Das liegt daran, dass der feuchte Boden auf meist matschigen Paddocks und das raue, wechselhafte Winterwetter die Pferdehaut angreift. Es ist jedoch ein Irrglaube, dass Mauke nur bei schlecht gepflegten Pferden auftritt. Mittlerweile ist bestätigt, dass auch Stoffwechselprobleme oder ein Wechsel des Futters zur Hautkrankheit führen können. Ebenso ist der Begriff Fesselekzem ein wenig irreführend: Zwar ist Mauke meist in der Fesselbeuge zu finden, jedoch kann sie auch andere Stellen des Beines befallen.


Auch wenn matschige - oder auch nur nasse - Böden nicht unbedingt der Auslöser sein müssen, so können sie den Verlauf bei bereits bestehender Mauke negativ beeinflussen. Mauke ist eine Wunde, Feuchtigkeit und Dreck machen das Eindringen weiterer Bakterien also noch einfacher. Deswegen ist es umso wichtiger, spätestens bei Mauke Symptomen akribisch auf Hygiene und eine trockene Umgebung zu achten. Im Zweifel muss das Pferd erst einmal von der matschigen Koppel oder dem Paddock ferngehalten werden. Natürlich ist der Idealfall, dass das Pferd täglich ausreichend Weide- oder Paddockzeit hat, doch für die Zeit der akuten Mauke sollte man anderweitige Beschäftigung und Bewegung ermöglichen.


Ähnlich verhält es sich im Übrigen auch mit der Box, dem Lauf- oder Offenstall: die Einstreu sollte immer sauber und trocken sein. Das versteht sich eigentlich von selbst, doch im Falle von Mauke sollte noch penibler darauf geachtet werden. Die Hautkrankheit kann jedes Pferd befallen, auch die Pferde, die in den saubersten Verhältnissen stehen. Mauke hat nämlich nicht nur etwas mit Hygiene zu tun, sondern befällt auch Pferde, deren Immunsystem ohnehin schon geschwächt ist. Deswegen sind ganz junge und auch alte Pferde besonders gefährdet.


Ursachen für Mauke

  • Feuchtigkeit: deswegen sind die Pferde gerade in den Übergangsjahreszeiten und im Winter von Mauke betroffen

  • Mangelhafte Boxenhygiene

  • Mangelhafte Pferdepflege

  • Geschwächtes Immunsystem

  • Stress

  • Allergien

  • Probleme mit dem Futter (beispielsweise Nährstoffmangel, Futterwechsel, Allergien, ...)

  • Stoffwechselprobleme

  • Fellwechsel

So erkennst Du Mauke


Mauke tritt nicht nur in der Fesselbeuge auf, sondern kann auch andere Stellen des Beines betreffen. So erkennst Du Mauke:

  • leicht bis stark gerötete Haut (je nach Stadium)

  • die Haut ist dicker und wärmer

  • Haarausfall an der betroffenen Stelle

  • weiße oder graue, harte Krusten Krusten

  • Schmerzempfindlichkeit, Pferd zeigt Unwohlsein

  • schmieriger Belag auf der Haut, teilweise mit Bläschenbildung


Krankheitsverlauf Mauke beim Pferd - Mauke kann tödlich enden!


Zuerst beginnt sich die Haut unter dem Fell leicht zu röten. Das ist leicht zu übersehen, bei Caesarion habe ich die Veränderung leider nicht sofort bemerkt. Im nächsten Schritt fallen die Haare an der betroffenen Stelle aus und danach bilden sich Krusten, die an Schorf auf einer Wunde erinnern. Diese Krusten fallen allerdings nicht ab, im Gegenteil, sie werden immer dicker. Unter ihnen brodelt die Entzündung immer weiter und frisst sich immer weiter ins Pferd hinein. Durch die Entzündung schwellen die Beine an und fühlen sich heiß an. Wenn Mauke nicht behandelt wird, kann sich die Vergiftung über die Blutbahnen im gesamten Körper ausbreiten. Das wiederum kann im schlimmsten Fall zum Tod des Pferdes führen. Mauke sollte deswegen ernst genommen und komplett ausgeheilt werden.


Wie behandelst Du Mauke?


Erst einmal gilt es, die Fütterung anzupassen, denn Getreide kann die Mauke verschlechtern. Deswegen sollte das Pferd während der Mauke auf beispielsweise Kraftfutter verzichten. Ebenso kann es hilfreich sein, wenn die Weidezeit verkürzt wird (Eiweißreduktion) und auf Silage/Heulage verzichtet wird (Übersäuerung). Am Besten ist in dieser Zeit ein natürliches Futter, ohne synthetische Zusatzstoffe. So wird das Pferd auch von Innen heraus gestärkt.


Der nächste Schritt richtet sich direkt an die betroffenen Stellen: Die Krusten müssen mit Wasser und einer milden Seife erst eingeweicht und dann behutsam entfernt werden. Ich habe dafür Kernseife verwendet, viele nutzen allerdings auch Jodseife. Du darfst an den Krusten nicht ziehen oder sie grob entfernen - das erfordert ein wenig Geduld, ist aber wichtig, um Deinem Pferd nicht unnötig weh zu tun und die Haut zusätzlich zu schädigen. Nachdem die Krusten entfernt worden sind, solltest Du den Bereich trocknen und mit einer luftdurchlässigen, antibakteriellen Salbe täglich einschmieren.


Bei Caesarion hat es ausgereicht, die Krusten einmal zu entfernen, da sich keine neuen Krusten gebildet haben. Ich habe den Bereich täglich neu eingecremt und innerhalb kürzester Zeit erinnert nicht mehr an die Mauke, die alle vier Beine befallen hatte. Hat Dein Pferd allerdings sehr starken Krusten und bilden sich auch neue, so solltest Du sie täglich entfernen, bis sie ganz verschwunden sind. Jede noch so kleine Kruste muss entfernt werden, da sie ein Sammelbecken für Bakterien ist und leider nicht durch Wundheilung entsteht.

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Bei einer Instagram-Umfrage, welche Wundermittel die Leser bei Mauke empfehlen, wurden häufig die Silbersalbe und das Propolis-Gel von Leovet genannt. Netterweise schickte Leovet mir ein Paket zu, um die Silbersalbe und das Propolis-Gel zu testen. Dabei war die Empfehlung, während der Mauke die Silbersalbe zu verwenden und zur Nachbehandlung das Propolis-Gel.

In der Silbersalbe ist Silberpulver. Silber ist aufgrund der stark vergrößerten Oberfläche in der Lage, dauerhaft Silberionen freizusetzen. Diese wiederum entfalten dadurch ihre antiseptische Wirkung und können die Bakterien zurückdrängen. Die Haut regeneriert und beruhigt sich wieder.


Propolis enthält wertvolle Vitamine, Harze und Spurenelemente, wobei die ätherischen Öle und harzigen Bestandteil von Propolis auf natürliche Weise bei Abszessen, Ekzemen, Insektenstichen, kleinen Hautverletzungen und Rissen helfen. Propolis ist ein natürlicher Wirkstoff aus dem Bienenstock und verbessert die Schutzfuntkion der Haut. Zusätzlich wird die Haut gepflegt, beruhigt und bleibt geschmeidig.


Wenn gar nichts hilft, sollte auf jeden Fall der Tierarzt drüber schauen und gegebenenfalls eingreifen. In meinem Fall hatte ich Kontakt mit meiner Tierärztin, diese hat mir dann dazu geraten, es erst einmal mit der beschriebenen Methode zu versuchen. Wäre keine Besserung eingetreten, wäre sie natürlich sofort gekommen und hätte das Ganze inspiziert.