Kolik-Patientin: Civa auf dem Weg der Besserung

Im Mai diesen Jahres ging es los, dass Civa immer wieder mit Koliken zu kämpfen hatte. Regelmäßig zeigte sie Symptome, ständig musste ich mit ihr Schritt gehen. Die Lage spitzte sich dann im Juni 2021 zu, als sie für eine Woche in der Klinik behandelt werden musste und wir dann feststellten, dass die ursprünglich diagnostizierte Verstopfungskolik gar keine war, sondern dass die Verstopfung ein Resultat einer Milz Nierenband Kolik gewesen ist. Heute geht es Civa deutlich besser.

galoppierender Schimmel Civa Harriet
Civa geht es mittlerweile schon viel besser und die letzte Kolik ist bereits mehrere Monate her. Foto: Franziska Sack

Im Mai begann die Odyssee, im Juni folgte die Aufnahme in die Klinik und Anfang August hatte Civa zum letzten Mal Kolikanzeichen. Dass Civa immer mal wieder eine leichte Kolik hat kenne ich leider mittlerweile, bereits nach wenigen Wochen bei mir hatte sie zum ersten Mal eine Kolik. Angeblich hatte sie diese vorher nie, ob dies der Wahrheit entspricht, werde ich nie erfahren, jedoch ist es doch sehr auffällig, dass sie bei stärkeren Wetterumschwüngen und auch ein paar anderen Situationen chronisch zu Koliken neigt.


Unfreiwilliger Kolik-Profi


Mittlerweile bin ich ein "Profi" auf dem Gebiet, auch wenn das nichts ist, womit ich mich gerne rühmen möchte, denn der Idealfall ist natürlich ein gesundes Pferd, zu welchem man nicht plötzlich im Schlafanzug hetzen muss, weil es wieder Symptome zeigt. Unser Ablauf sieht dann immer gleich aus:

  • Kurz beobachten: sind die Symptome sehr stark oder ist es eher eine sich anbahnende Geschichte?

  • Aufhalftern: Je nachdem, wie schlimm es ist, rufe ich entweder den Tierarzt und gehe dann mit ihr spazieren oder ich gehe einfach direkt los, wenn ich der Meinung bin, dass ich keinen Tierarzt brauche

  • Schritt und Trab: wenn es Civa gut geht, dann geht sie einen Wechsel aus Schritt und Trab, um ihre Verdauung wieder in Schwung zu bringen

  • Dauer: nach eineinhalb bis zwei Stunden Schritt/Trab ist das Thema meist durchstanden oder meine Tierärztin ist bereits vor Ort

Bisher mussten wir erst einmal in die Klinik, tierärztliche Betreuung haben wir mittlerweile bestimmt schon zehn Mal im Stall annehmen müssen, ansonsten erkenne ich sich anbahnende Koliken recht schnell und kann frühzeitig gegensteuern, sodass ich keine Betreuung vor Ort benötige.


Was tun bei Anzeichen für eine Kolik?


Natürlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, an das Kolik-Thema heran zu gehen. Darf sich das Pferd wälzen oder nicht? HorseVet24 hat dazu ein gutes, aufschlussreiches Video mit FEI Tierarzt Dr. Michael Dahkamp veröffentlicht.



Wie Dr. Michael Dahlkamp erzählt im Video, dass sich Pferde unter Beobachtung auch mal hinlegen dürfen. Wir Menschen genießen bei Bauchschmerzen die Ruhe und legen uns dann vermutlich auch gerne mal hin - den Pferden geht es da nicht anders! Im Falle von Civa ist die Bewegung die bewährte Vorgehensweise, jedoch gibt es mit Sicherheit Pferde, denen man zwischendurch eine Verschnaufpause gönnen kann und sollte, sofern man sie dabei im Blick behält.


Aktuell weiß ich ehrlich gesagt nicht, wann die nächste Kolik um die Ecke schwirrt - wenn es nach mir geht, kann sie gut und gerne nie wieder kommen. Die Zeit hat jedoch gezeigt, dass Civa anscheinend genau in dieser Hinsicht ein kleines Problem hat und ich unterstütze sie so gut es geht dabei. Für sie bedeutet das unter anderem, dass sie sich jeden Tag bewegen muss, nahezu uneingeschränkt Zugang zu Raufutter braucht - was für mich einer der Hauptgründe für den Weg zurück in die Selbstversorgung gewesen ist - und dass ich ihr Verhalten jeden Tag genau beobachte. Denn wie bei allen Krankheiten, die man nicht unbedingt auf den ersten Blick sieht, ist der schnellste Weg zur Gegensteuerung, wenn man sein Pferd kennt und Verhaltensauffälligkeiten sofort auffallen. Ich merke Civa meist an, dass sie eine Kolik bekommt, bevor sie sichtbare Symptome zeigt, die man sofort damit in Verbindung bringen würde.