Fakten über Pferdefütterung - Fütterst Du richtig?

Gerade im Bereich Pferdefütterung kursieren ein paar verrückte Thesen, die zu Lasten der Pferde gehen. Hier sind ein paar Fakten zum Thema Pferdefütterung!


Rationen

Leider sieht man in viel zu vielen Pensionsställen eine nicht ansatzweise ausreichende Fütterung von Raufutter. Pferde produzieren dauerhaft Magensäure, weswegen sie eine maximale Fresspause von vier Stunden haben dürfen. Bekommen die Pferde also um 18.00 Uhr einen Arm voll Heu und werden erst am kommenden Morgen um 07.00 Uhr gefüttert, braucht man kein Experte sein, um zu merken: das wird definitiv in einer Fresspause resultieren, die deutlich länger als vier Stunden geht. Grundsätzlich gelten folgende Faustregeln für ein 500 Kilogramm schweres Sportpferd (natürlich muss von Pferd zu Pferd individuell entschieden werden!):

  • 1,5 Kilogramm Kraftfutter pro 100 kg Körpergewicht

  • 7-10 Kilogramm Heu (wenn möglich noch circa ein Kilogramm Futterstroh)

  • 100 Gramm Mineralfutter

  • Saftfutter (bis zu zwei Kilo)

  • Leckstein nach Bedarf (frei zur Verfügung)

Grundregeln

  • regelmäßig und oft kleinere Mengen verfüttern

  • Heu mindestens zweimal täglich

  • Kraftfutter zwei- bis viermal täglich (stets zur gleichen Zeit)

  • Dem Pferd während der Futteraufnahme Ruhe gönnen, nach dem Futteraufnahme mindestens eine Stunde warten, bevor mit dem Pferd gearbeitet wird

  • Geruchsfreies, klares, frisches, sauberes Wasser muss uneingeschränkt und dauerhaft zur Verfügung stehen

  • Selbsttränken nicht in der Nähe der Tröge anbringen, sonst wird durch das Wasser das Einspeicheln des Futters vermindert (das Maul nimmt eine wichtige Rolle der Verdauung ein)

  • Heuaufnahme so viel wie möglich in pferdegerechter (vom Boden aus) Haltung, auf Heunetze wann immer es geht verzichten, auf jeden Fall nicht ausschließlich aus Heunetzen füttern

  • Futtermittelqualität immer kontrollieren

 

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Raufutter


Zusammen mit Wasser bildet Raufutter die Grundlage der Pferdefütterung. Ohne die ausreichende Menge an Raufutter kann der Verdauungstrakt des Pferdes nicht arbeiten. Durch die grobe Struktur regt Raufutter die Kautätigkeit des Pferdes an, dadurch wird deutlich mehr Speichel produziert, der essenziell wichtig für den ersten Verdauungsvorgang ist. Außerdem werden Darmtätigkeit und die Ausschüttung von Verdauungssäften angeregt, Rohfasern im Raufutter fördern also eine intakte Darmflora. Zum Raufutter zählen folgende Futtermittel:

  • Heu

  • Stroh

  • Gras-/Heusilage

  • Maissilage