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Embryotransfer - Trächtigkeit für sportaktive Stuten?


Frau Dr. Yvonne Zander ist Tierärztin des Haupt- und Landgestüts Marbach und hat ein paar Fragen zum Thema Embryotransfer beantwortet. Ein Embryotransfer eröffnet Züchtern ganz neue Möglichkeiten. So erlaubt er unter anderem, dass sportaktive Stuten ohne Unterbrechung ihrer Karriere bis zu vier Nachkommen pro Zuchtsaison in die Welt setzen können.


Was genau ist eigentlich Embryotransfer?


Als Embryotransfer bezeichnet man eine Reproduktionstechnik, bei der Embryonen aus der Gebärmutter der genetischen Mutter (Spenderstute) gewonnen werden. Diese Embryonen werden nachfolgend beurteilt, aufbereitet und in eine geeignete Empfängerstute übertragen, die dann das Fohlen austrägt und aufzieht.


Was muss eine gute Empfängerstute mitbringen?


Eine geeignete Empfängerstute sollte vor allem geschlechtsgesund und möglichst jung sein, idealerweise sollte sie schon einmal ein Fohlen gehabt haben, aber möglichst kein Fohlen bei Fuß führen. Außerdem muss ihr Zyklus muss mit dem der Spenderstute synchron sein.


Wie viel kostet Embryotransfer?


Pauschal ist das schwer zu beantworten, da das individuell sehr unterschiedlich ist. Pro Spülung und Transfer ist mit circa 200 bis 300 Euro zu rechnen. Wenn keine eigene Empfängerstute vorhanden ist, liegen die Kosten für das Leasing einer Empfängerstute bei ungefähr 2000-3000 €

Für welche Stuten bietet sich Embryotransfer an?


Aufgrund der hohen Kosten und des hohen Aufwands kommt der Embryotransfer vornehmlich für Stuten mit sehr hohem Zuchtwert in Frage. Embryotransfer bietet sich vor allem für Stuten an, die weiterhin im Sport eingesetzt werden sollen, oder bei Stuten, die aus medizinischen Gründen nicht selbst ein Fohlen austragen können.

Wie viele Embryotransfer-Fohlen können (theoretisch) pro Jahr aus einer Stute hervorgehen?


Abhängig von der Fruchtbarkeit der Spenderstute können bis zu vier Trächtigkeiten pro Zuchtjahr entstehen

Wie läuft Embryotransfer ab?


Die Gewinnung des Embryos erfolgt zwischen dem sechsten und achten Tag nach dem Eisprung. Durch einen Katheter, der über den äußeren Muttermund in die Gebärmutter eingeführt wird, wird der Embryo aus der Gebärmutter der Stute heraus gespült und unter dem Mikroskop beurteilt. Unmittelbar danach kann der Embryo, ähnlich wie bei einer Besamung, durch den äußeren Muttermund mittels einer speziellen Pipette in die Empfängerstute übertragen werden. Ein gekühlter Transport in speziellen Transportboxen über einen Zeitraum von maximal 12-24 Stunden ist ebenfalls möglich.

Kann man gespülte Embryonen einfrieren und später benutzen, ähnlich wie bei TG-Sperma?


Es ist möglich, gewonnene Embryonen einzufrieren, dazu gibt es zwei verschiedene Methoden, an denen an definierten Zeitpunkten gespült werden muss. Die Erfolgsaussichten sind allerdings nicht so gut wie bei TG-Sperma. Man rechnet nach dem Auftauen der Embryonen mit einer Trächtigkeitsrate von 60%.

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