CHIO Aachen 2021 - Tag 2: Ein fulminantes Ende unter Flutlicht

Mein zweiter Tag auf dem CHIO Aachen 2021 neigt sich dem Ende zu und ich sitze auf der Turkish Airlines Tribüne und schaue passend zu meinem Sitzplatz den Turkish Airlines Preis von Europa, welcher dieses Jahr zum ersten Mal unter Flutlicht stattfindet. Eine sehr anspruchsvolle Prüfung und in der Atmosphäre einfach nur atemberaubend. Und wieder ist man ein klein wenig wehmütig, weil die Situation ist, wie sie ist, und diese Pferd-Reiter-Paare eigentlich ein volles Stadion verdient haben und ein Publikum, welches sich mit ihnen freut, mitfiebert und eventuell auch weint.

Richard Vogel nach seinem Sieg mit Caramba in dem Pokalfinale der U25 Tour / Foto: Franziska Sack, FS Bildpoesie

Office Goals


Anders, als mit "Office Goals", kann ich Aachen nicht beschreiben. Die Bedingungen sind nicht nur für die Reiter:innen spitzenmäßig, sondern auch für die Presse. Ein gut organisierter Pressebereich, Ausweichplätze, weil man aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht wie sonst alle akkreditierten Journalisten und Medienmacher auf der Pressetribüne unter bekommt. Für mich ist der CHIO nicht nur ein tolles Event, wo ich Freunde, Bekannte, Kunden und Arbeitskollegen treffe, sondern eben auch Arbeit. In dieser Atmosphäre arbeitet es sich gut und gleichzeitig schlecht. Gut, da die Gegebenheiten - wie eben schon erwähnt - phänomenal sind. Schlecht, weil man natürlich am liebsten permanent beim Sport zuschauen möchte. Deswegen brauche ich auch ellenlang für diesen Beitrag, obwohl ich ihn einfach und schnell schreiben könnte, erzähle ich hier schließlich nur von meinem Tag und muss keine Recherche-Arbeitszeit investieren. Ich gucke jedoch ständig hoch, um den Reiter:innen dabei zu zu sehen, wie sie den anspruchsvollen Parcours überwinden. Jeden Tag nehme ich mir vor, die letzte Prüfung ohne Laptop oder Handy zu gucken - bisher klappt es nicht, morgen beim Nationenpreis ist das jedoch Pflicht, ebenfalls am Sonntag beim Grand Slam.


Ein emotionales Publikum


Mit dabei im Stechen im Turkish Airlines Preis von Europa sind die besten 12 Starter:innen aus dem ersten Umlauf. Nach ein paar Startern wird es wirklich spannend, denn einfach nur null zu bleiben reicht in diesem anspruchsvollen Parcours eben nicht aus, die Pferd-Reiter-Paare müssen auch noch flott unterwegs sein. So stellt sich bei jedem neuen Reiter oder bei jeder neuen Reiterin die den Parcours betritt die Frage: bleibt die aktuelle Nummer 12 im Rennen oder reitet er oder sie gleich nicht mehr? Wessen Herz für den Sport brennt, der wird hier schon recht emotional und kann mitfiebern. Nicht für einen Favoriten, sondern eigentlich für jeden Reiter und jede Reiterin, die in das Hauptstadion galoppiert kommt.


Und während ich diese letzten Zeilen tippe, stöhnt das Publikum aus, als bei einem Reiter eine Stange fällt. Vielleicht ist das Stadion in diesem Jahr nicht voll, die Aachener Zuschauer sind jedoch auch weiterhin das beste Publikum der Welt, auf der grandiosesten Sportveranstaltung der Welt. Sie sind emotional, fiebern mit, freuen sich, stöhnen auf und feiern den Sport, überragende Pferde und starke Reiter:innen. Schließt man die Augen, merkt man fast gar nicht, dass das Stadion "unterbesetzt" ist. Und das macht Aachen so besonders: Aachen ist eben Aachen.


Vlog # 2


Weitere Videos des Tages


Die U25-Reiter:innen hatten heute ihre Finalprüfung. Es siegte Richard Vogel vor seiner Lebensgefährtin Sophie Hinners, Platz drei belegte Franziska Müller.


Sieger im Turkish Airlines Preis von Europa war der sympathische Max Kühner: