Der Sieger des Rolex Grand Slam of Show Jumping: Daniel Deusser

Mehrfach hatte Daniel Deusser auf diesen Moment hin gefiebert, doch erst in diesem Jahr wurde sein Traum wahr. Bereits zweimal rangierte er auf Platz Zwei im Rolex Grand Prix of Show Jumping, dem wohl renommiertesten Preis des Reitsports, und nun hat er es endlich geschafft. Seine Killer Queen und er haben beim Major in Aachen den mit einer Millionen Euro dotierten Rolex Grand Prix für sich entschieden können.

Daniel Deusser Rolex Grand Slam of Show Jumping
Mit seinem Sieg ist er nun der Titelanwärter - die nächste Etappe ist Genf! / Foto: Franziska Sack

Daniel Deusser ist nun der neue Titelanwärter


Das Stadion tobte - und das, obwohl die Corona-Maßnahmen deutlich weniger Zuschauer beim Weltfest des Pferdesports zuließen, als die Reiter und Reiterinnen es sonst von dem Turnier gewohnt sind. Die Zuschauer sprangen von den Sitzen auf, jubelten den beiden entgegen, denn endlich hatte er es geschafft und kann sich nun in die Liste der Sieger am Turkish Airlines Turm eintragen. Daniel Deusser und seine Killer Queen legten drei fantastische Runden hin und mussten sich gegen die absolute Weltelite des Springsports durchsetzen. Unter anderem waren unter seinen Kontrahenten Ben Maher, der frischgebackene Olympia-Sieger, und Scott Brash, der bislang als einziger Reiter der Welt den Rolex Grand Slam of Show Jumping gewinnen konnte.


Ein bisschen Spaß muss sein


So konzentriert und fokussiert sie in den Umläufen war, so gelassen war sie in der Siegerehrung und sorgte sogar für einen Lacher der besonderen Art: Während Daniel Deusser selig von einem Ohr zum anderen strahlte, schaute sich Killer Queen den Pokal des Grand Slam ein wenig genauer an und stieß ihn dabei kurzerhand zu Boden. Sie erschrak, sprang zurück, Daniel Deusser schlug die Hände über dem Kopf zusammen - sowas war in der Geschichte des Grand Slam noch nie passiert! Doch das sind sie eben, die Geschichten, die uns allen zeigen, dass auch Spitzenreiter und ihre -pferde ganz normale Zeitgenossen sind, bei denen auch mal etwas schiefgehen kann. Der Pokal hat es übrigens überstanden - ein Glück, denn diesen Pokal zu gewinnen stand schon lange auf der To-Do-Liste des aktuell erfolgreichsten deutschen Reiters.


In der Pressekonferenz gab er danach sogar etwas schelmisch zu, dass er sich insgeheim ein wenig über jede Runde gefreut habe, die nicht an die eigene heranreichte. Denn sie hatten im Stechen den meist undankbaren ersten Startplatz. Doch keines der Paare konnte ihre Leistung überbieten: entweder, sie waren langsamer oder hatten mindestens einen Abwurf. Wer mag ihm diesen menschlichen Gedanken verübeln?

CHIO Aachen Daniel Deusser Killer Queen Rolex Grand Slam
Daniel Deusser und Killer Queen in der Siegerehrung am Sonntagabend / Foto: CHIO Aachen

Pressekonferenz - Englisch


Alle Augen sind auf Genf gerichtet


Nun beginnt er, der eigentliche Rolex Grand Slam of Show Jumping, denn Aachen ist eines der vier Majors, die zu dieser Turnierserie des Springsports gehören. Durch den Sieg ist er nun der neue Titelanwärter: „Der Rolex Grand Slam of Show Jumping hat mit diesen vier Majors eine riesige Tradition, und natürlich werde ich jetzt versuchen, ein weiteres Turnier zu gewinnen“.


Das System des Rolex Grand Slam of Show Jumping sieht wie folgt aus: Wer drei Majors hintereinander gewinnt, erhält zum Preisgeld einen zusätzlichen Bonus von einer Million Euro. Wer es dann sogar schafft, den vierten Major in Folge zu gewinnen, erhält einen weiteren Bonus in Höhe von einer Million Euro. Gewinnt man zwei der vier Majors, erhält man auch einen Bonus: werden die Turniere hintereinander gewonnen, beträgt der Bonus 500.000 Euro, wer zwei der vier Majors gewinnt, jedoch nicht direkt aufeinanderfolgend, erhält einen Bonus von 250.000 Euro.