Das Paddock meiner Pferde: Das Beste aus wenig Platz machen

Ich halte meine Pferde in Selbstversorgung in einem großen Pensionsstall vor den Toren Hamburgs. Für mich persönlich bietet die Anlage alles, was das Reiterherz höher schlagen lässt: zwei Reitplätze, drei Reithallen, ein Longierzirkel und zwei Führmaschinen. Um meinen Pferden den gleichen Luxus zu bieten, den ich als Reiterin dort wahrnehme, habe ich mich für die Selbstversorgung entschieden, um selbst (fast) alle Entscheidungen treffen zu können. Das betrifft natürlich auch das Paddock!


Pferde bei der Fellpflege
Civa und Caesarion bei der Fellpflege - der Sozialkontakt innerhalb einer Herde ist enorm wichtig für die Pferde!

Gruppentierhaltung: Pferde brauchen Artgenossen


Besonders wichtig beim täglichen, mehrstündigen Auslauf ist mir der Sozialkontakt. Meine Pferde kommen zu fünft auf das gleiche Paddock (zwei Wallache und drei Stuten) und genießen die gemeinsame Zeit sichtlich: sie machen Fellpflege und toben gemeinsam über's Paddock. Für mich persönlich wäre es mittlerweile unvorstellbar, meine Pferde einzeln nach draußen zu stellen. Früher musste ich das teilweise notgedrungen machen, als noch nicht alle Pferde (aufgrund der Aufzucht) in einem Stall standen, denn nicht alle Pferdebesitzer teilen den Wunsch nach Auslauf in einer Gruppe - oder wenigstens zu zweit. Spannend finde ich auch immer, wenn Pferdebesitzer erzählen, dass sie ihre Pferde alleine auf's Paddock lassen müssen, weil ihr Pferd sich nicht mit anderen vertragen würde - sobald diese Personen jedoch ein weiteres Pferd haben, können die zusammen draußen stehen. Ein Wunder, welches ich schon oftmals bestaunt habe, wie der Besitzwechsel eines Pferdes das jeweils andere Pferd plötzlich lammfromm und sozial werden lässt, obwohl das vorher nie möglich gewesen sei, laut Aussagen der Besitzer.


Pferde fressen aus Heunetzen auf dem Paddock
Neben den Heunetzen bekommen die Pferde das Heu auch vom Boden aus - die Heunetze ermöglichen jedoch eine etwas längere Fressdauer. Eine Heuraufe konnte ich auf dem Paddock leider nicht aufstellen.

Heufütterung & Fresspausen


Pferde benötigen viel Raufutter - durchschnittlich braucht ein Pferd am Tag ungefähr 1,5% seines Körpergewichts, sprich ein 600 Kilogramm schweres Pferd sollte mindestens neun Kilo Heu am Tag fressen. Das ist jedoch laut mehreren Tierärzten die Untergrenze, besser sind 2%. Der Bedarf der Pferde ist jedoch individuell! Pferde können sich übrigens auch problemlos nur von Heu ernähren, das beweisen meine seit Monaten: sie sind alle wohlgenährt haben über den Tag verteilt nur wenige, kurze Fresspauen und sind weder zu dick, noch zu dünn. Kraftfutter füttere ich ihnen gar nicht, obwohl sie fast täglich geritten werden. Einzig und allein Mineralfutter erhalten sie als Zusatz. Damit fahren wir seit Monaten sehr gut, auch wenn sich mein Geldbeutel natürlich über den überdurchschnittlich hohen Heuverbrauch eher weniger freut, denn Heu ist deutlich kostspieliger, als beispielsweise Hafer. Dennoch: meine Pferde sehen alle gut aus, sind gesund und haben für unsere tägliche Arbeit genug Energie. Sollte sich das mit den Turnieren irgendwann wieder ändern, würde ich den Futterplan wieder anpassen, aktuell gibt es jedoch für mich keinen Grund, das zu tun.


Meine Pferde bekommen natürlich auch auf dem Paddock Heu, welches ich ihnen in Heunetzen und teilweise auf dem Boden liegend anbiete. Bei dem Heu, welches vom Boden aus gefüttert wird, muss man allerdings beachten, dass es zu einer erhöhten Sandaufnahmen führen kann, weswegen man überprüfen sollte, ob das Pferd eventuell Sand im Darm hat und dann rechtzeitig gegensteuern kann, beispielsweise mit einer Flohsamenkur!

 

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So findet man heraus, ob das Pferd Sand im Darm hat:

Auf der Instagram Seite vom Pferde Telemedizin Anbieter HorseVet24 findet man viele spannende Beiträge von Fachtierärzten zu den unterschiedlichsten Themen, die uns als Pferdebesitzer interessieren: vom Umgang mit einer Kolik bis der Tierarzt eintrifft bis hin zum Ballentritt oder der Erstversorgung einer Wunde ist das Themenspektrum breit aufgefächert. Die Videos werden regelmäßig ergänzt, deswegen ist HorseVet24 nicht nur eine absolute Empfehlung, was den Service angeht, sondern auch, was den Social Media Auftritt angeht!

 

Beschäftigung auf dem Paddock: Auch kleine Paddocks können spannend gestaltet werden!


Natürlich bin ich was die Größe meines Paddocks angeht begrenzt und könnte ich, wie ich wollte, würde ich ein deutlich größeres Paddock haben und meine Pferde auf einem Paddocktrail laufen lassen. Da ich das allerdings leider nicht kann, mache ich das Beste aus unserer Situation und habe für zusätzliche Beschäftigung meiner Pferde gesorgt: Knabberäste!


Mittlerweile liegen in der Mitte des Paddocks mehrere dicke Äste, die die Pferde regelmäßig anknabbern oder damit spielen. Immer wieder tausche ich die Äste aus oder lege sie an eine andere Stelle. Ebenfalls achte ich darauf, dass das Heu, Wasser und die Äste nie an einem Ort liegen, sodass die Pferde sich auch auf dem begrenzten Raum immer wieder bewegen müssen, um von einer Station zur nächsten zu kommen.


Braunes Pferd auf dem Paddock
Carlotta steht gerne bei den Ästen auf dem Paddock.