CHIO Aachen 2021 - Tag 1: Ein sanfter Einstieg

Gestern Abend kam ich relativ spät in Aachen an - nachdem ich in der vermutlich gruseligsten Garage geparkt hatte, die einen phänomenalen Start in einen Horror-Film geben würde, kam ich aufgrund meiner Unfähigkeit, anständig zu packen, vollgepackt in meinem Hotelzimmer an. Der Abend endete mit einer viel zu fettigen Pizza, die jedoch, wie sollte es auch anders sein, wieder einmal viel zu gut schmeckte.


Das Eröffnungsspringen, präsentiert von STAWAG


Vermutlich ist diese Teil auf der Agenda nicht für jeden spannend, ich hingegen liebe es, beim Eröffnungsspringen zuzusehen. Ohne Wettkampf, keine Turnierkleidung, Reiter:innen und Pferde im großen Stadion. Manche nutzen den Trainingsparcours, andere wiederum nicht und drehen in allen drei Grundgangarten ihre Runden im Hauptstadion. Für mich persönlich ist dies eines der Highlights des Turniers, denn nie sieht man die Reiter so entspannt, die Pferde so natürlich und die Atmosphäre so ungezwungen - damit meine ich nicht, dass es ansonsten alles ein Krampf ist, sondern dass man viele ernste Gesichter sieht, wenn es um den Wettkampf geht. Wer in Aachen reitet, der ist hier nicht ohne Grund, der musste sich qualifizieren. Das heißt hier geht es um gar nicht so wenig, da ist die Anspannung bei den Prüfungen eine ganz normale Reaktion.


Umso schöner finde ich es, den Reiter:innen mehr oder minder bei ihrer täglichen Arbeit mit den Pferden zuzusehen. Natürlich sind sie auch hier auf einem Turnier und so bleibt es dennoch auf gewisse Weise eine Blase, allerdings eben auf eine andere Art, als wenn es hier um Sieg oder Niederlage ginge, um es mal ganz dramatisch zu formulieren.

Maurice Tebbel im Sparkassen Youngsters Cup / Foto: Franziska Sack, FS Bildpoesie

Die Qualifikation zum Finale des U25-Springpokals der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport


Faszinierend ist es auch, den Nachwuchsreitern zuzusehen - einige von ihnen sind so erfolgreich unterwegs, dass man sie schon gar nicht mehr als U25 Reiter auf der Uhr hat. Beispielsweise Richard Vogel, der eigentlich jedem Springsport-Interessierten ein Begriff sein sollte durch seine zahlreichen Erfolge der letzten Monate. Dennoch ist die Prüfung U25-Tour kein Zuckerschlecken, bereits die Qualifikationen haben sich in sich und in das Finale nach Aachen kommen nur die Besten der Besten. Dementsprechend ist es mehr als beachtlich, was diese teils so jungen Reiter in der Kulisse des Hauptstadions abliefern, für die meisten ist es nämlich auch der erste Start auf einem Turnier in dieser Größenordnung.


Es ist anders, als sonst


Der CHIO ist in diesem Jahr anders als sonst, das hat vor allem mit den Corona-Maßnahmen zu tun. Doch auch, wenn Aachen dieses Mal nicht das Aachen ist, wie wir es kennen, ist es nicht schlechter. Nur halt eben anders. Ich bin grundsätzlich erst einmal dankbar, dass diese Veranstaltung stattfinden kann, laufe dafür auch gerne den ganzen Tag mit Maske herum, auch wenn man sich dabei manchmal ein wenig seltsam vorkommt, da das Gelände eben nicht ansatzweise so weit gefüllt ist, wie sonst und man eigentlich die ganze Zeit draußen ist. Doch das ist vermutlich ein geringes Opfer, wenn man dafür endlich wieder umgeben von den besten Reitern der Welt ist, auf dem wohl schönsten Turnier der Welt. Aachen ist einfach anders. Nicht nur dieses Jahr, sondern generell.


Vlog #1 des ersten Turniertages beim CHIO Aachen 2021


Ich nehme euch mit durch meinen ersten Tag beim CHIO Aachen und freue mich, dass ich endlich wieder auf dem Gelände in der Aachener Soers zu Gast sein darf. Ich freue mich auf all die Tage, die ich diese Woche noch erleben darf.