Mut zum Außergewöhnlichen: Auf ein Wort mit Diana Wahl


Wer seinen Blick momentan über die Highlights der Pferdefotografie schweifen lässt, kommt nicht an Diana Wahl vorbei. Die junge Fotografin aus Paderborn scheut sich nicht davor, gegen den Strom zu schwimmen, sich kreativ auszutoben und Neues zu wagen. Seit 2010 hat sie die Kamera in der Hand, seit 2015 fotografiert sie gewerblich.

Ihr Fokus liegt auf besonderen Pferdeportraits im Studio. „Ich liebe es, wenn man nur das Pferd anschaut und nichts davon ablenkt. Ebenso kann ich mit dem Licht verschiedene Stimmungen kreieren, es passend setzen und so die Eleganz herausarbeiten“, sagt die hauptberufliche Fotografin, die sich vollends auf Pferde spezialisiert hat.

„Durch die Fotografie kann ich den Charakter und die Eleganz des Pferdes festhalten und für den Besitzer für immer sichtbar machen.“

Diana Wahl

Sie möchte hoch hinaus, Stillstand kommt für sie nicht in Frage. „In fünf Jahren möchte ich noch mehr international gebucht werden, Pferde und Reiter auf der ganzen Welt fotografieren und meine Bilder als Kunst verkaufen“. Den Grundstein für diese Ziele legt sie momentan sehr gezielt, denn bereits vor einem Jahr merkte sie, dass sie bei ihren Shootings nicht ganz glücklich war. Die oft gesehenen Bilder der letzten Jahre – Mädchen, Kitsch, Sonnenuntergänge und Kleider – wirkten auf sie plötzlich platt und erfüllten sie nicht mehr so sehr wie früher. „Ich schaltete in eine Art Autopilot und lieferte nur noch ab, ohne Leidenschaft und Begeisterung“. Sie hatte Angst, dass ihre Passion für die Fotografie verloren gehen würde, bis sie zufällig mit der Reiterin Anna Den in Kontakt trat, die gerne mit ihr zusammen arbeiten wollte, sofern es abseits von Kitsch und Romantik sein würde. Dadurch ergab sich die perfekte Möglichkeit, etwas Neues zu testen. Für beide stand fest, dass sie in die Editorial Richtung gehen wollten, es sollte clean sein und eher provozierend – kurzum anders als alles andere davor. Ab da ging alles recht schnell: „Die Outfits wurden rausgesucht, das Studio aufgebaut und das Shooting wurde zum Selbstläufer. Mit einem tollen Team konnten wir die verschiedenen Ideen umsetzen und beim Shooting waren auf einmal die Begeisterung und der Spaß am Bild wieder da.“ schwärmt Diana.

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Die endgültige Entscheidung, sich in eine andere Richtung zu entwickeln, dauerte allerdings noch etwas. „Ich machte wieder Kitschbilder und bei jedem Shooting wurde mir immer klarer, dass ich das nicht mehr dauerhaft machen möchte“. Die Studiobilder machten ihr schon immer Spaß und so beschloss sie, sich immer mehr damit zu beschäftigen. „Zufällig sah ich bei Pinterest Beauty Aufnahmen mit Blattgold und es dauerte nicht lange, bis es in meinem Kopf klickerte und die Idee da war“. Die Bilder waren schnell gemacht und das Shooting hatte Spaß gemacht, dennoch fiel es Diana anfangs schwer, die Bilder zu bearbeiten. „Es war anders, so etwas hatte noch nie jemand gemacht, was ist, wenn es nicht ankommt? Ich war so unsicher mit den Bildern und musste mich quasi dazu nötigen, diese zu bearbeiten!“

Die Unsicherheit war auch dann noch präsent, als sie das erste fertig bearbeitete Bild bei Facebook und Instagram hochlud. Direkt nach dem Upload legte sie das Telefon erst einmal wieder weg und als sie nach vier Stunden wieder einen Blick in die sozialen Netzwerke warf, traf sie eine geballte Ladung an positiven Feedback. Ab dem Zeitpunkt wurde das Ganze ein Selbstläufer, nicht nur bei Social Media, sondern auch in ihrem Kopf: die Ideen sprudelten und sie setzte weitere Projekte dieser Art um, sodass sie sich nun vollends dazu entschied, ihr Hauptaugenmerk auf die eher cleane, edle Variante der Pferdefotografie zu legen und romantische Shootings nicht mehr so häufig anzubieten.

"Bei diesen Goldpferd Bildern war es wie mit einem neuen Song, manchmal muss man ihn erst zehn Mal hören, bis man ihn gut findet."

Diana Wahl

Inspirieren lässt sie sich von verschiedenen Dingen: „Das fängt bei anderen Arten der Fotografie wie zum Beispiel Beautyfotografie für Styling, Hochzeitsfotografie für das Posen, Kleidung und Emotionen, Autofotografie für Lichtsetzung an und geht weiter über Besuche in Kaufhäusern, Ikea, Bastelläden oder 1 Euro Läden. Gerne besuche ich Kunstgalerien oder kann sogar aus Kinofilmen Ideen mitnehmen!“

Die Fotografie hat ihr beigebracht, ihre Augen zu öffnen und vor allem zu nutzen. Dadurch kann sie aus vielen verschiedenen Dingen Inspiration ziehen und diese Ideen im Kopf weiterspinnen, bis sich daraus ein neues Projekt ergibt. Soziale Netzwerke wie Pinterest oder Instagram nutzt sie zwar auch, allerdings möchte sie nicht die Ideen von anderen kopieren. „Oft sehe ich ein Bild, welches ich von der Idee her cool finde und zerlege es mir in Einzelteile: Posing, Hintergrund, Model, Styling, Licht, Kleidung, Bearbeitung, Bildschnitt. Dann kann ich mein Teil nehmen, welches mir von dem Bild gefällt und in ein neues Bild wieder einbauen.“

Derzeit hat Diana Wahl für sich selbst eine Art der Pferdefotografie gefunden, mit welcher sie sich selbst verwirklichen kann. Einen großen Wunsch hegt sie allerdings noch: „Ich möchte für die im Sport immer präsenteren Reiter aus Katar fotografieren oder eine Zusammenarbeit mit einer der großen, modernen Reitanlagen in Dubai eingehen. Klingt total verrückt, aber das ist mein persönliches Ziel. Wenn ich das geschafft habe, habe ich meine kleineren Ziele auch erreicht und das ist ein riesen Ansporn!“