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Alte Mauern, neue Ideen: Der Weg zur Traum-Reitsportanlage


Der Stallkauf war für mich die Erfüllung eines großen Traums – allerdings steht auch ein großer Haufen Arbeit vor mir. Um der ganzen Sache ordentlich Herr zu werden, habe ich für mich einen Projektplan erstellt, um Stück für Stück meine Ziele zu erreichen und Pläne in die Tat umzusetzen. Wenn ich ehrlich bin, glaube ich allerdings, dass man niemals wirklich fertig ist. Ich liebe es einfach, immer weiter zu optimieren, Dinge zu verändern, sie neuen Gegebenheiten anzupassen und den Status quo dort zu verbessern und zu modernisieren, wo es möglich ist.


Die Reitanlage hat viel Geschichte. Sie ist aus einem landwirtschaftlichen Betrieb heraus entstanden und hat über viele Jahre hinweg einen Reitverein beheimatet. Bis 2019 wurden dort Turniere ausgetragen und ich bekomme regelmäßig Nachrichten über Social Media von Menschen, die mir erzählen, dass sie auf meinem Außenplatz ihr erstes Turnier geritten sind oder dort den Schritt in eine höhere Klasse gewagt haben. Solche Nachrichten bedeuten mir unglaublich viel, denn ich finde es schön, nicht nur in die aktuelle Entwicklung meiner Reitanlage zu schauen, sondern auch in ihre jüngere und ältere Geschichte.

Früher wurde hier außerdem Reitunterricht angeboten. Die Schulpferde gab es allerdings bereits längere Zeit vor meinem Einzug nicht mehr und auch viele Boxen standen leer. Als ich eingezogen bin, standen lediglich fünf weitere Pferde auf der Anlage – und diese stehen auch heute noch hier. Der Reitverein war zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr auf der Anlage vertreten und so hatte ich die Möglichkeit, mit einer fast blanken Leinwand zu starten.


Mein Ziel mit der Reitanlage ist es, sie zu modernisieren, ein artgerechtes Haltungskonzept umzusetzen und dieses regelmäßig weiterzuentwickeln, damit die Pferde ein schönes und möglichst selbstbestimmtes Leben führen können. Gleichzeitig möchte ich für Reiterinnen und Reiter gute Trainingsbedingungen schaffen, regelmäßig Events wie Lehrgänge, Kurse oder Feste veranstalten und dennoch ein privates Refugium erhalten, in dem ich mich wohlfühle.


Denn trotz aller Events, Trainingsmöglichkeiten und der Möglichkeit für externe Einstaller möchte ich in erster Linie einen Ort für meine Pferde und mich schaffen – einen Ort, an dem ich Freizeit und Arbeit miteinander verbinden kann, ohne Einschränkungen und ohne äußere Störfaktoren.

Beim Kauf habe ich mich ganz bewusst für eine ältere Anlage entschieden. Natürlich wäre es einfacher gewesen, alles von Grund auf neu planen zu können – vor allem Dinge wie Wasserleitungen, Strom oder andere technische Grundlagen, die man auf den ersten Blick gar nicht sieht. Es ist immer leichter, neu zu bauen, als Altlasten zu entfernen, Böden nachträglich aufzustemmen oder um bestehende Gegebenheiten herum planen zu müssen. Genau dort fließen aktuell unglaublich viele Gedanken, Ideen und vor allem viel Arbeit hinein.


Besonders wichtig ist mir dabei, den Reitstall in die Moderne zu holen, ohne ihm dabei seinen Charakter zu nehmen. Modernisieren, wo es sinnvoll ist – aber die alte Optik trotzdem bewahren. Denn genau diese macht den Hof für mich so unfassbar charmant. Ich liebe das alte Fachwerk, die leicht schiefen Boxentüren, den gewachsenen Baum- und Buschbestand und all die kleinen Dinge, die den Stall lebendig wirken lassen und ihm seine Geschichte ansehen lassen.


Für mich gibt es dabei unterschiedliche Ebenen der Veränderung: Optimierungen, Renovierungen und Sanierungen, aber auch einfache Schönheitsmaßnahmen sowie Aufräum- und Reinigungsarbeiten. Vieles davon dient dazu, den Stall funktionaler, smarter und effizienter in den Arbeitsabläufen zu gestalten. Gleichzeitig geht es aber auch darum, die Anlage Stück für Stück aus ihrem Dornröschenschlaf zu holen – Staub, alte Hinterlassenschaften und Müll zu entfernen, die sich über die Jahre zwangsläufig angesammelt haben.


Und genau das macht dieses Projekt für mich so besonders: Es geht nicht darum, etwas komplett Neues zu erschaffen, sondern etwas Bestehendes weiterzuführen, weiterzuentwickeln und mit neuem Leben zu füllen. Jeder kleine Fortschritt, jede renovierte Ecke und jede Idee, die nach und nach Realität wird, macht die Anlage mehr zu dem Ort, den ich schon lange vor Augen hatte. Ich glaube, genau deshalb fühlt sich dieses Projekt für mich nicht wie eine Belastung an – sondern wie etwas, das wachsen darf. Schritt für Schritt, mit ganz viel Arbeit, Herzblut und wahrscheinlich auch noch unzähligen zukünftigen Baustellen. Aber genau darin liegt für mich auch der Reiz: dass dieser Ort sich ständig weiterentwickeln darf und dabei trotzdem seinen ganz eigenen Charakter behält.

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